Architektur

Historische Baukunst mitten in Leipzig


Für Touristen und Architekturliebhaber gehört die Mädler-Passage zum Pflichtprogramm eines jeden Leipzig-Besuchs. Sie ist das Herzstück einer in Mitteleuropa einzigartigen Dichte an Passagen, die sich quer über das Zentrum von Leipzig erstrecken. Architektonisch verdeutlicht die Mädler-Passage zudem den Reichtum der Bürgerhauskultur vor 100 Jahren.

Auf dem geschichtsträchtigen Häuserkomplex „Auerbachs Hof“, zwischen Grimmaischer Straße und Neumarkt, erbaute Kommerzienrat Anton Mädler von 1912 bis 1914 die Mädler-Passage. Dem voraus ging ein Architektenwettbewerb, bei dem der Entwurf von Theodor Kösser, damals Königlich-Sächsischer Baurat, am meisten überzeugte. Er schuf eine vollkommene Verbindung aus innerstädtischem Messepalast und Einkaufspassage.

Die Mädler-Passage verfügte über 8.000 Quadratmeter Ausstellungsflächen, die sich über vier weitläufige Obergeschosse verteilten. Dabei bildete die Einkaufspassage einen beeindruckenden „Vorraum“ zu den sechs Treppenaufgängen des Messepalastes.

Anders als andere Leipziger Passagen, die lediglich dem Durchgang dienen, ist die Mädler-Passage eine echte Einkaufs- und Flanierpassage. Die Qualität ihrer Straßenfassaden zieht sich im Innern fort, sie ist durchgängig von einem Glasdach bedeckt und reizt so zum Shoppen und Verweilen.

140 Meter Architekturgeschichte

Unter dem Glasdach – eine kassetten­för­mige Stahlbetonrippen­konstruktion mit Glasbausteinen in rund 13 Metern Höhe, zu damaliger Zeit eine ingenieurtechnische Meisterleistung – befinden sich neben dem Erdgeschoss zwei weitere Etagen, darüber noch zwei. Im Untergeschoss befinden sich die Gewölbe von Auerbachs Keller.

Die Mädler-Passage ist insgesamt 140 Meter lang und zwischen fünf und sieben Meter breit. Sie führt von der Grimmaischen Straße, gegenüber der Südseite des Alten Rathauses, über eine oktogene Rotunde zum Neumarkt. An der Grimmaischen Straße befindet sich die prunkvollere der beiden Außenfassaden – eine reine Natursteinfassade aus hellem Sandstein gearbeitet. Den Eingang an dieser prominenten Stelle im Leipziger Stadtzentrum bildet ein bis ins 1. Obergeschoss reichendes Rundbogenportal, das von zwei weiblichen, lebensgroßen Sandsteinfiguren flankiert wird. Sie halten eine Vase bzw. eine Weintraube und symbolisieren damit die Zweckbestimmung des Gebäudes als Ausstellungsort für Porzellan sowie als Weinausschank.

Kurz hinter dem Eingang Grimmaische Straße weitet sich die Mädler-Passage hallenartig auf. Hier befinden sich die beiden Treppen, die zu „Auerbachs Keller“ hinabführen. Auf den Brüstungen stehen sich zwei große Bronzefiguren des Leipziger Bildhauers Matthieu Molitor gegenüber. Sie stellen die Faust’sche Kellerszene dar, in der Mephisto die Studenten verzaubert.

    Eindrucksvolle Details und ein Blick in das Tonnengewölbe von Auerbachs Keller.

    Der Weg durch die Mädler-Passage führt vorbei an den markanten Ladenfassaden und den sechs Eingängen zu den Obergeschossen. Die Treppenaufgänge zu den ehemaligen Ausstellungsflächen – mit der Grundsanierung 1997 wurden diese teilweise zu Büros umgestaltet – fallen ebenfalls durch ihre architektonische Gestaltung auf. So sind die Portale A, B und D nach klassizistischem Vorbild gerahmt und werden jeweils durch zwei Putten als Wappenhalter beidseitig durch Vasen flankiert.

    Die Rotunde der Mädler-Passage misst 12 Meter im Durchmesser und ist in ca. 15 Metern Höhe mit einer Glaskuppel überdacht. Am Übergang zur Petersstraße wurde 1970 ein Glockenspiel aus Meissener Porzellan angebracht – im Jahr 1997 fand eine Neuinstallation statt. Es spielt heute zu jeder vollen Stunde verschiedene klassische Melodien oder Volkslieder.

    Im südlichen Eckladen am Ausgang zum Neumarkt lohnt sich ein zusätzlicher Blick auf ein bemerkenswertes Detail des historischen Vorgängerbaues: Das barocke Deckenfresko mit „Helios im Sonnenwagen”. Beim Abbruch von „Auerbachs Hof“ Anfang des 20. Jahrhunderts wurde es zufällig entdeckt und mit größter Sorgfalt hierher übertragen.

    Mit „Auerbachs Keller“ reicht die Architekturgeschichte noch weiter zurück ins 17. Jahrhundert. Der historische Faßkeller besticht durch ein charakteristisches tonnenförmiges Gewölbe mit kunstvoller Ausmalung. Hier verewigte der Maler Heinrich Bey im Jahr 1867 Szenen aus Goethes „Faust“. Ein geschnitzter Hängeleuchter mit dem ein Fass reitenden Faust – gefertigt von dem Starnberger Künstler Max Stolz – komplettiert das historisch und literarisch aufgeladene Interieur des Gewölbes. Im Goethekeller und Lutherkeller wurden die spätgotischen Kreuzrippengewölbe rekonstruiert.

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    „In der Mädler-Passage sind jeden Tag neue Details zu entdecken – eine wirklich faszinierende Architektur“

    Anke Beesch, verantwortliche Objekt-Managerin der Mädler-Passage Leipzig