Geschichte

Beständigkeit im Leipziger Zentrum


Kaum ein Gebäude lässt die architektonische und historische Größe der traditionsreichen Messe- und Handelsstadt Leipzig noch heute so eindrücklich erlebbar machen wie die Mädler-Passage. Zwei fortschrittlich eingestellte Leipziger Geschäftsmänner haben die Geschichte dieses bedeutendsten noch erhaltenen Passagebau vergangener Tage maßgeblich geprägt und sie weltberühmt gemacht: Dr. Heinrich Stromer von Auerbach und Anton Mädler. Jeder auf seine Weise und in seiner Epoche. 

Im Jahr 1525 eröffnet Dr. Stromer von Auerbach, Rektor an der Leipziger Universität, einen Weinausschank im Waldheim-Hummelhainischen Hof. Und weil das Geschäft gut lief, errichtete er bereits fünf Jahre später an selber Stelle einen stattlichen Neubau, das Messehaus „Auerbachs Hof“. Dabei blieben die Kellergewölbe erhalten und wurden künftig für den Weinausschank genutzt.

Zur 100-Jahrfeier des Anwesens im Jahr 1625, ließ Ratsherr Johann Vetzer, ein nachfolgender Verwandter von Dr. Stromer von Auerbach, das Messehaus umbauen.
Gleichzeitig wollte er für den Weinkeller eine neue Attraktion schaffen: Er beauftragte den Maler Andreas Brettschneider zwei Tafelgemälde anzufertigen, die die Legende von Dr. Faustus – sein Ritt auf dem Weinfass und sein Gelage mit den Studenten in einem Leipziger Weinlokal – darstellen. Durch die Rückdatierung der Gemälde auf 1525, waren diese überlieferten Ereignisse fortan mit dem „Auerbachs Keller“ verbunden und verhalfen ihm zu mehr Bekanntheit, und durch Goethes Faust zu Berühmtheit.

    Anton Mädler läutet eine neue Epoche ein

    Der Zeitgenosse Ulrich Groß beschrieb das Kellergewölbe im Jahr 1587 voller Begeisterung: ”Ein herrliches Haus! Es ist mit stattlichen Gewölben, Kammern und Sälen dermaßen erbauet, von welschen, niederländischen, Nürnbergern und anderen vornehmen Handelsleuten so zahlreich besetzt, auch mit großem, herrlichen Gut und viel Ware so zahlreich versehen, daß es wohl einem besonders stattlichen Markte könne verglichen werden.“
    Bis zum Anfang des 19. Jahrhundert etablierte sich „Auerbachs Hof“ als Messehaus. Mehrfach wechselten die Besitzer, so der Graf Lindenau von Machern und die Grafen von Veltheim. Auch „Auerbachs Keller“ stieg weiter in der Gunst, vor allem die fortlaufende bauliche und künstlerische Ausgestaltung zog immer mehr Gäste an. 
    Am 1. Januar 1911 erwarb Kommerzienrat Anton Mädler, Inhaber der Koffer- und Taschenfabrik Moritz Mädler, den gesamten Häuserkomplex „Auerbachs Hof“ und kaufte ebenfalls angrenzende Grundstücke dazu. Als die modernen Baupläne Mädlers bekannt wurden, erhoben sich weltweit Stimmen, „Auerbachs Keller“ zu erhalten. Mädler erwies sich als Idealist und scheute weder Kosten noch Mühen, um das Lokal in den Neubau einzubeziehen und weiter zu vergrößern.

    Dr. Heinrich Stromer von Auerbach
    Waldheim-Hummelhainischen Hof
    Anton Mädler

    Bewegte Zeiten zwischen Porzellanmessen, einem dritten Zugang und der Restauration

    Bereits im Jahr 1912 begann der Neubau des ersten Passagenarms in der Grimmaischen Straße. Zwei Jahre später folgten der zweite Bauabschnitt, der Bau der Rotunde sowie die Fortführung der Passage hin zum Neumarkt. Die Mädler-Passage wurde fortan als Messehaus für Porzellan-, Wein- und Ledermessen genutzt. Diese Tradition setzte sich auch zu DDR-Zeiten fort.

     

    Interessanterweise wurde die Mädler-Passage nie durch die DDR enteignet – das Leipziger Messeamt verwaltete sie treuhänderisch. Mit dem Bau des Messehauses am Markt von 1963 bis 1965 erhielt die Mädler-Passage einen dritten Zugang von der Petersstraße. Diese Idee hatte bereits Anton Mädler gehabt, konnte sie jedoch zu seiner Zeit nicht realisieren, da ihm der Erwerb der hierfür notwendigen Grundstücke nicht gelang.

     

    Durch die Wiedervereinigung Deutschlands konnten die Erbinnen von Anton Mädler die Mädler-Passage wieder in ihren Besitz nehmen. Nach Beendigung einer Kooperation mit der Immobiliengruppe von Dr. Jürgen Schneider realisierte ab dem Jahr 1995 die Mädler-Passage Leipzig Grundstück GmbH & Co. KG – unter Beteiligung der Familie von Anton Mädler - die aufwendigen Umbau- und Restaurierungsmaßnahmen. Bis 1997 wurde die gesamte Immobilie, einschließlich des „Auerbachs Keller“ nach historischem Vorbild erfolgreich saniert. Heute zählt die Mädler-Passage wieder zu den schönsten und meist besuchten Passagen der Welt.

    Architektur

    Die Mädler-Passage ist ein architektonisches Kleinod von Weltrang – mitten im Zentrum von Leipzig. Verpassen Sie kein Detail beim Rundgang durch die Mädler-Passage: Die Architektur-Seite beschreibt faktenreich die vielen Finessen des historisch erhaltenen Passagenbaus.


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    Presse

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    „Eine Fläche in der Mädler-Passage ist nicht nur eine Fläche – sie ist ein Stück vom Leipziger Ruhm"

    Anke Beesch, verantwortliche Objekt-Managerin der Mädler-Passage Leipzig